Indische Küche gesund

Die indische Küche wird in Deutschland seit den 1980er-Jahren mit wachsendem Interesse wahrgenommen. Erfolgsgeschichten wie Bollywood-Filme haben das Restaurantgeschäft vorangetrieben, bis sich regelrecht ein Hype um indische Küche entwickelte. Rund 24 Prozent der deutschen Bevölkerung isst gern indisch. Zu Hause kommen entsprechende Gerichte dennoch nicht regelmäßig auf den Tisch, obwohl Zutaten, Zubereitung und der weitverbreitete ganzheitliche Ansatz indisches Essen als gesund erscheinen lassen.

Die Wahrnehmung der Gesundheit beruht nicht auf einem einheitlichen Rezept, sondern auf einer gigantisch vielseitigen Küche, die sich je nach Region gänzlich unterscheidet. Vergleichbar mit den Ländern Europas essen die Menschen in jeder Ecke Indiens anders und jeder Staat hat seine eigene Spezialität. Es gibt nicht DAS typisch indische Essen. Hauptbestandteile der indischen Gerichte sind Reis, Brot, Linsen, Kartoffeln, Gemüse und viele Gewürze.

Gewürze an der Spitze der Gesundheit

Indische Gewürze tun mehr als nur Geschmack verleihen. Sie sind unverzichtbar und werden sehr vielfältig eingesetzt. Die aromatischen Gewürze sind ein fester Bestandteil der indischen Küche und regen die Verdauung an.

Kurkuma mit seinem aktiven Bestandteil Curcumin wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Es zählt zu den indischen Gewürzen mit erwiesenermaßen gesundheitsfördernder Wirkung und ist auch verdauungsförderlich.

Kreuzkümmel unterstützt die Verdauung und soll bei Verdauungsbeschwerden helfen. Sogar beim Abnehmen sollen Kreuzkümmelsamen helfen. Er soll auch Gelenkschmerzen lindern, Diabetes und Entzündungen entgegenwirken.

Kardamom dient als natürliches Diuretikum und kann helfen, hohen Blutdruck zu senken.

Pfeffer enthält den Stoff Piperin, der den Speichelfluss und die Produktion von Magensäften anregt und die Fettverbrennung fördert.

Safran wird seit Jahrhunderten als Naturheilmittel eingesetzt.

Die typisch indischen Aromen basieren auf:

  • Chili
  • Kurkuma
  • Schwarzkümmel
  • Kardamom
  • schwarzer Pfeffer
  • Safran
  • Ingwer
  • Knoblauch
  • Tamarinde
  • Bockshornklee
  • Curry

Curry ist keine Pflanze und kein einzelnes Gewürz, sondern eine Mischung aus vielen Gewürzen. Curry-Mischungen gibt es so viele, wie es Köche gibt. In der Regel besteht eine Curry-Mischung, Masala genannt, aus sechs bis zehn verschiedenen Gewürzen, die für jedes Gericht frisch gemischt werden.

Indische Gewürze gelten als sehr nährstoffreich. Statt Salz kommen in der indischen Küche aromatische Gewürze zum Einsatz, die oft eine heilsame Wirkung haben. Diese und viele andere Gewürze spielen eine zentrale Rolle in der ayurvedischen Medizin, die Gesundheit und Prävention von Krankheiten durch die Ernährung fördert.

Regionale Vielfalt und pflanzliche Basis

Von den Gipfeln des Himalaya-Gebirges bis hinunter zur Südspitze zeichnet sich das Land durch verschiedenste Kochstile aus. Elemente der orientalischen Küche treffen auf typisch indisches Essen und nehmen westliche Einflüsse auf.

Die typische Speisekarte Indiens bildet kulturelle und religiöse Einflüsse der verschiedenen Landesteile ab.

Im Norden des Landes ist Tandoori-Hähnchen und andere deftige Fleischgerichte verbreitet.

Im Süden isst man frisches Obst und Gemüse. Außerdem gibt es hier Reisgerichte mit Kokosmilch, so beispielsweise Biryani.

Im Westen treffen vegetarische Hülsenfrüchte wie Dal auf fleischlastige Speisen wie Vindaloo.

Desserts und Süßigkeiten kommen vor allem aus dem Osten, so beispielsweise der Reispudding Khir und das berühmte Konfekt Sandesh.

Alle Regionen des Landes lieben Gewürze. Indische Gerichte sind reich an Gemüse und Hülsenfrüchten, die wesentliche Nährstoffe, Ballaststoffe und Antioxidantien liefern. Diese Zutaten tragen zur Herzgesundheit bei, fördern die Verdauung und können das Risiko für chronische Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten verringern. Die Vielfalt sorgt dafür, dass man eine breite Palette von Vitaminen und Mineralien aufnimmt, was eine ausgewogene Ernährung unterstützt.

Der Bedarf an Eiweiß wird in Indien vor allem durch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen oder Linsen gedeckt. Grundnahrungsmittel wie Reis und Getreide werden ergänzt durch eine große Auswahl an Milchprodukten.

Da in der indischen Küche kaum tierische Erzeugnisse verwendet werden, gelten indische Speisen als gesundheitsfördernd. Der hohe Anteil an Gemüse und Gewürzen belastet den Körper nicht und wirkt reinigend.

Ayurvedischer Hintergrund und ganzheitlicher Ansatz

Den stärksten Einfluss auf die indische Küche übt Ayurveda aus, wörtlich übersetzt Wissen vom Leben. Im Gegensatz zum westlichen Gesundheitssystem handelt es sich dabei um ein ganzheitliches Lebenskonzept, das davon ausgeht, dass jedes körperliche oder seelische Ungleichgewicht Krankheiten auslöst.

In der traditionellen Heilkunst Ayurveda spielen Gewürze als Naturheilmittel eine wichtige Rolle. Ihnen wird eine stärkende Wirkung nachgesagt. Indische Gewürze werden in den einzelnen Landesteilen Indiens unterschiedlich eingesetzt. Ihre leuchtenden Farben und der würzige Geruch sind ein Genuss für Augen und Geschmackssinn.

Charakteristisch für die indische Küche sind ihre Gewürze, Farben und kulinarische Vielfalt, dank der so gut wie jeder auf seine Kosten kommt. Weniger Fleisch essen, dafür mehr Gemüse: Eine ausgewogene Ernährung macht fit und führt dazu, dass Sie sich rundum wohlfühlen.

Figurfreundlich und fettarme Zubereitung

Übergewicht ist zur Volkskrankheit geworden. Abnehmen hat in diesem Kontext viele gesundheitliche Vorteile. Ob man damit nun das Schlaganfallrisiko senken, Diabetes vorbeugen oder Herzerkrankungen verhindern will.

Gerade hiermit punkten indische Gerichte. Viele typische Zutaten der indischen Küche unterstützen Übergewichtige dabei, einige Kilos zu verlieren, solange die Rezepte möglichst fettarm zubereitet werden. Das ist für viele indische Gerichte vorgesehen.

Statt Zutaten anzubraten, grillt, bäckt und räuchert man sie in Indien eher.

Typische Gerichte wie Aloo Gobi, Chicken Korma oder Palak Paneer zeigen diese Ausgewogenheit. Viele typische Zutaten unterstützen, wenn die Zubereitung fettarm bleibt.

Risiken und Dosierung

Auf die Dosierung kommt es an. Allerdings können Gewürze in großen Mengen die Gesundheit schädigen. Es ist wichtig, die einzelnen Gewürze immer in Maßen einzusetzen. Einige Gewürzsorten können den Körper schädigen, wenn sie in zu hoher Dosierung zu sich genommen werden. Und dies gilt nicht nur bei Allergien und Unverträglichkeiten.

Chili wird für seine stimmungsaufhellende Wirkung genannt. Es ist Teil der typisch indischen Aromenbasis.

Ein Überblick über zentrale Gewürze und ihre in den Quellen genannten Wirkungsrichtungen:

| Gewürz | Genannte Wirkung | | Kurkuma | entzündungshemmend, antioxidativ, verdauungsförderlich | | Kreuzkümmel | unterstützt Verdauung, hilft bei Verdauungsbeschwerden, Gelenkschmerzen lindern, Diabetes und Entzündungen entgegenwirken | | Kardamom | natürliches Diuretikum, kann hohen Blutdruck senken | | Pfeffer | regt Speichelfluss und Magensäfte an, fördert Fettverbrennung | | Safran | seit Jahrhunderten Naturheilmittel | | Chili | stimmungsaufhellend |

Fazit

Die indische Küche lässt sich nicht auf ein einzelnes Gericht reduzieren. Sie ist gigantisch vielseitig und regional unterschiedlich wie die Länder Europas. Die gesundheitsfördernden Aspekte entstehen aus der Kombination pflanzlicher Zutaten, Hülsenfrüchten, Gemüse, Reis, Brot und einer intensiven, bewussten Gewürznutzung.

Gewürze stehen an der Spitze der Gesundheit und bilden zusammen mit der ayurvedischen Grundhaltung das Rückgrat des gesundheitlichen Nutzens. Kurkuma, Kreuzkümmel, Kardamom, Pfeffer und Safran werden mit konkreten Wirkungen verbunden, die von entzündungshemmend über verdauungsförderlich bis zur Unterstützung bei Blutdruck und Stoffwechsel reichen.

Die pflanzliche Basis mit hohem Anteil an Gemüse und Hülsenfrüchten liefert Ballaststoffe, Antioxidantien und Mikronährstoffe, die Herzgesundheit, Verdauung und das Risiko für Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten beeinflussen können. Der Eiweißbedarf wird überwiegend über Linsen und Kichererbsen gedeckt, tierische Produkte bleiben eher im Hintergrund.

Figurfreundlichkeit entsteht vor allem durch fettarme Zubereitungsweisen wie Grillen, Backen und Räuchern statt Anbraten. In dieser Form unterstützt die Küche das Abnehmen und damit die Prävention von Schlaganfall, Diabetes und Herzerkrankungen.

Gleichzeitig ist die Wirkung gewürzbasiert dosierungsabhängig. In großen Mengen können Gewürze die Gesundheit schädigen. Maßvoll eingesetzt und im Rahmen einer insgesamt ausgewogenen, vegetarisch geprägten Ernährung entfaltet die indische Küche ihren gesundheitsfördernden Charakter.

Quellen

  1. sanmarco-gewuerze.de
  2. ww-kurier.de
  3. azafran.de
  4. eatsmarter.de
  5. ambulanzzentrum-schweinfurt.de
  6. ndr.de

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