Die Nordgermanen des Frühmittelalters – auch Wikinger, Nordmänner oder Waräger genannt – galten als Schrecken der Küste und wurden schon in mittelalterlichen Chroniken als Barbaren verschrien. Ein Ruf, der sich noch in unserem heutigen Geschichtsbild widerspiegelt. Dabei brachten die Völker des Nord- und Ostseeraumes nicht nur gefürchtete Räuber hervor, sondern auch Fernhändler und wagemutige Entdecker. Von ihren kulturellen Errungenschaften legen darüber hinaus zahlreiche Runeninschriften und die bis heute überlieferte Sagas Zeugnis ab.
Die Esskultur dieser Zeit ist ein wichtiger Zugang zu einem lebendigen Geschichtsverständnis. Das Kochbuch Kochen wie die Wikinger ist daher viel mehr als nur eine Rezeptsammlung. Es soll auch ermöglichen, die Zeit der Wikinger wieder lebendig werden zu lassen und ein Stück dieser vergangenen Zeit mit den eigenen Sinnen zu genießen und zu erleben. Einige authentische Rezepte wurden über die Jahrhunderte von Generation zu Generation überliefert und blieben bis heute erhalten.
Die historischen Rezepte, aber auch die modernen Varianten, lassen eine faszinierende kulinarische Reise zu den Wikingern aus den Sagen und Geschichten unternehmen. Eine Reise, die bis in das Heute – unsere moderne Zeit – führt, in welcher man sich gerne wieder alter Traditionen und Bräuche besinnt, die dann zu einem neuen Leben erweckt werden.
Authentisch und modern
Ob Fischsuppe, Wildschweinbraten oder selbst gebrautes Wacholderbier – Kochen wie die Wikinger bietet eine schmackhafte Annäherung an die Kultur der Nordleute und führt in die Besonderheiten der Wikingerküche ein. Mit authentischen und nachempfundenen Rezepten entführt die Autorin auf eine Reise in die Vergangenheit und lässt uns die Traditionen und Bräuche der Nordmänner erleben.
Von kräftigen Suppen über deftige Braten bis hin zu zuckersüßen Naschereien reicht das Spektrum der mehr als 80 vorgestellten Gerichte. Auch Disch in den verschiedensten Variationen darf dabei natürlich nicht fehlen. Ergänzt wird diese Sammlung durch eine Liste der verwendeten Lebensmittel, inklusive Betrachtung ihrer Geschichte.
Ein Kochbuch für alle, die Lust haben, alte Rezepte neu auszuprobieren.
Über die Autorin
Rannveig Moroldsdotter, mit bürgerlichem Namen Claudia Fischer, beschäftigt sich bereits seit langem mit der Kultur der Nordleute
Das Werk verbindet historische Quellenarbeit mit praktischer Kochbarkeit. Authentisch und modern heißt hier nicht nur die Reproduktion, sondern auch die Interpretation für heutige Küchen.
Wikingerküche im historischen Kontext
Die Wikinger und ihre Esskultur sind eng verbunden mit den Ressourcen von Meer, Wald und Acker. Die Grundlage bildeten Getreide, Fisch, Fleisch, Wild, Gemüse und fermentierte Produkte. Konservierung durch Räuchern, Pökeln und Fermentieren war lebensnotwendig.
Im Kochbuch Kochen wie die Wikinger werden diese Prinzipien systematisch aufgearbeitet. Die historischen Rezepte, aber auch die modernen Varianten, lassen eine faszinierende kulinarische Reise zu den Wikingern aus den Sagen und Geschichten unternehmen.
Einige authentische Rezepte wurden über die Jahrhunderte von Generation zu Generation überliefert und blieben bis heute erhalten.
Die Autorin stellt Lebensmittel vor und beleuchtet deren Geschichte. Damit wird klar, warum bestimmte Zutaten in der Nordgermanen-Küche dominant waren und welche Rolle sie im Jahreslauf spielten.
Der moderne Wikingertopf als Familienessen
In der heutigen Küche lebt der Name Wikinger vor allem durch den Wikingertopf weiter. Der deftige Wikingertopf ist herzhaft und sättigend. Ob ihn tatsächlich die Wikinger erfunden haben – wer weiß? Die praktische One-Pot-Zubereitung spricht für eine stärkende Mahlzeit aus dem Mittelalter.
Mein Wikingertopf mit Hackbällchen ist das perfekte Essen für die Familienküche. Mit Hackfleisch und Gemüse in einer cremigen Sauce macht er alle satt und glücklich.
Dadurch, dass dieses Rezept auch im Handumdrehen fertig ist, eignet es sich auch perfekt als Feierabendküche.
Viele werden meine Wikingerpasta ja schon kennen und vermutlich auch lieben. Ihren Ursprung hat die Pasta allerdings im Wikingertopf, dem Familiengericht schlechthin. Das auch in diesem Fall keine Wikinger verarbeitet werden, brauche ich hier ja nicht zu betonen. Aber keine Sorge, dies tut dem Geschmack aber keinen Abbruch, denn das Rezept kommt auch ohne echte Wikinger bei der ganzen Familie super an.
Varianten des Wikingertopfs im Vergleich
Der Wikingertopf wird in verschiedenen Familienküchen unterschiedlich zubereitet. Die gemeinsame Basis bleibt ein One-Pot-Gericht mit Hackbällchen in einer sämigen Sauce.
Variante mit cremiger Käsesauce
Zutaten
- 500 gr Hackfleisch gemischt
- 1 Zwiebel
- 1 Ei
- 2 gehäufte EL Semmelbrösel
- Salz und Pfeffer nach Belieben
- 500 gr TK Möhren und Erbsen
- 400 ml Gemüsefond
- 1 Zwiebel
- 200 ml Kochsahne 15% Fett
- 150 gr Frischkäse
- Salz und Pfeffer nach Belieben
- 1-2 TL Stärke in Wasser aufgelöst nach Belieben
- 1 EL Öl zum Braten
- ½ Bund Petersilie
Zubereitung
- Beide Zwiebeln schälen und fein würfeln.
- Die eine Hälfte der Zwiebeln zu Seite stellen und die andere Hälfte zusammen mit dem Hackfleisch, Ei, Semmelbrösel, Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben.
- Gut verkneten und golfballgroße Hackbällchen daraus formen.
- Die Hackbällchen in einer großen Pfanne von allen Seiten gut anbraten.
- Die Bällchen aus der Pfanne nehmen und kurz zur Seite stellen.
- In derselben Pfanne jetzt die andere Hälfte der Zwiebel anschwitzen.
- Das TK Gemüse zugeben und mit dem Fond und der Sahne ablöschen
- Den Frischkäse einrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.
- Kurz einköcheln lassen und nach Belieben mit etwas Stärke andicken.
- Hackbällchen zurückgeben und alles für etwa 15 Minuten auf kleiner Stufe köcheln und gar ziehen lassen.
- In der Zwischenzeit Petersilie hacken.
- Vorm Servieren die Petersilie in die Pfanne streuen.
Variante mit aromatischem Hack
Die Hauptzutat ist Hackfleisch, aus dem du mit weiteren Zutaten die Hackbällchen formst. Ich verwende in meinem Wikingertopf-Rezept gemischtes Hack, zur Hälfte vom Rind, die andere vom Schwein. Das hat am meisten Aroma.
Außerdem benötigst du noch diese Zutaten für deftigen Wikingertopf:
- Möhren in Scheiben, sorgen für Vitamine und Farbe:
- TK-Erbsen fürs Auge und Aroma, sie sind eine Freude für Kinder.
- Zwiebel sorgen für die nötige Würze.
- Butter – für köstlichen Geschmack an den Hackbällchen.
- Semmelbrösel und Ei – sie binden das Hack, so dass du leicht Bällchen formen kannst, die nicht auseinanderfallen.
- Rinderbrühe – damit gießt du die Sauce an. So wird sie aromatisch und würzig und erspart dir eine Fix-Tüte.
- Sahne macht die Soße cremig und rundet sie ab
Kartoffel-One-Pot Variante ohne Sahne und Frischkäse
Ich zeige dir, wie du den leckeren Eintopf als One Pot Rezept ohne Tüte schnell und einfach selber kochst.
Ich verwende für mein Wikingertopf Rezept weder Sahne noch Frischkäse. Trotzdem wird er wunderbar cremig. Da ich den Wikingertopf mit Hackbällchen und Kartoffeln koche, ist eine weitere Sättigungsbeilage wie Reis oder Nudeln nicht nötig und wir brauchen nicht sehr viel extra Soße.
Zutaten für 4 Portionen
Für die Hackbällchen
- 500 g Hackfleisch
- 1 TL Salz
Für die Soße
- 600 g Kartoffeln
- 400 g Möhren
- 2 EL Öl
- 2 EL Weizenmehl
- 1 Liter Gemüsebrühe
- 200 g Erbsen
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Würze das Hackfleisch mit Salz und forme kleine Bällchen daraus.
- Schäle die Kartoffeln und Möhren und schneide sie in kleine Würfel. Erhitze das Öl in einem Topf und brate die Kartoffel- und Möhrenwürfel 5 Minuten darin an.
- Bestreue sie mit dem Mehl, gieße die Gemüsebrühe dazu und verrühre alles gut. Gib außerdem die Erbsen hinzu und lasse den Wikingertopf für 5 Minuten köcheln.
- Gib die rohen Hackbällchen zu und koche alles zusammen für weitere 6 Minuten. Schmecke den Wikingertopf zum Schluss mit Salz und Pfeffer ab.
Mein Hackbällchen Topf Rezept nach Wikinger Art eignet sich ideal für Kleinkinder am Familientisch
Das Salz kannst du nach Belieben reduzieren und zum individuellen Würzen auf den Tisch stellen.
Zutatenübersicht der drei Rezeptfamilien
| Komponente | Cremige Käsesauce | Aromatische Basis | Kartoffel One-Pot |
|---|---|---|---|
| Hackfleisch | 500 gr gemischt | gemischtes Hack Rind/Schwein | 500 g |
| Bindung | Ei, Semmelbrösel | Ei, Semmelbrösel | Salz |
| Fett | Öl zum Braten, Kochsahne 15% | Butter | Öl |
| Flüssigkeit | Gemüsefond 400 ml | Rinderbrühe | Gemüsebrühe 1 Liter |
| Cremigkeit | Kochsahne, Frischkäse | Sahne | Weizenmehl |
| Gemüse | TK Möhren und Erbsen 500 gr | Möhren, TK-Erbsen, Zwiebel | Kartoffeln 600 g, Möhren 400 g, Erbsen 200 g |
| Kochzeit | ca. 15 Minuten köcheln | - | 5 Minuten anbraten, 5 Minuten köcheln, 6 Minuten mit Hackbällchen |
Praxis der Zubereitung
Wikingertopf -das Familienessen schlechtin
Viele werden meine Wikingerpasta ja schon kennen und vermutlich auch lieben. Ihren Ursprung hat die Pasta allerdings im Wikingertopf, dem Familiengericht schlechthin.
Was kommt denn nun rein in meinen Wikingertopf? Na folgende Zutaten:
Hackfleisch: Entscheidet ihr, welches Hackfleisch ihr am liebsten mögt. Ich nehme meist gemischtes Hack. Reines Rinder-, Schweine- oder Geflügelhackfleisch geht aber auch.
Ei, Semmelbrösel, Zwiebel: Letzteres braucht ihr sowohl für die Hackbällchen als auch für die Soße. Ei und Semmelbrösel sind wichtig für die Bindung der Bällchen.
Möhren und Erbsen: Wer mag frisch, wenn es allerdings schnell gehen muss, dürft ihr wie ich ruhigen Gewissens auf die TK Variante zurückgreifen.
Gemüsefond: Ihr dürft natürlich auch Gemüse- oder Fleischbrühe
Sahne: Wie immer nehme ich Kochsahne mit 15% Wer die Vollfettvariante lieber mag, darf natürlich auch diese verwenden.
Frischkäse: Alternativ geht auch Schmelzkäse.
Petersilie: Dient hauptsächlich der Deko. Ihr könnt auch gern frischen Schnittlauch benutzen
Dann noch etwas Öl zum Braten und wenn es euch nicht schlotzig genug sein kann, noch etwas Stärke zum Andicken
Die praktische One-Pot-Zubereitung spricht für eine stärkende Mahlzeit aus dem Mittelalter.
Fazit
Wikinger Rezepte sind heute mehr als ein historischer Ausflug. Das Kochbuch Kochen wie die Wikinger von Rannveig Moroldsdotter mit bürgerlichem Namen Claudia Fischer verbindet authentische Überlieferung mit moderner Kochpraxis. Von kräftigen Suppen über deftige Braten bis hin zu zuckersüßen Naschereien reicht das Spektrum der mehr als 80 vorgestellten Gerichte. Fischsuppe, Wildschweinbraten und selbst gebrautes Wacholderbier stehen dabei exemplarisch für die Vielfalt der Nordgermanen-Küche.
Parallel dazu hat sich in der heutigen Familienküche der Wikingertopf als eigenständiges, zeitloses Gericht etabliert. Er zeigt, wie sich das Prinzip einer kräftigen, sättigenden One-Pot-Mahlzeit bewährt. Ob mit cremiger Käsesauce und Frischkäse, mit aromatischer Rinderbrühe und Butter oder als Kartoffel-Eintopf ohne Sahne und Frischkäse – die Grundidee bleibt gleich: Hackbällchen, Gemüse und eine sämige Bindung, die im Handumdrehen fertig ist.
Authentisch und modern ist damit keine Gegenüberstellung, sondern eine Ergänzung. Die historische Kenntnis der Wikingeresskultur schafft Verständnis für Zutaten und Techniken, während die modernen Wikingertopf-Varianten zeigen, wie diese Esskultur heute im Alltag lebt und Familien zusammenbringt.