Schottische Kekse: Traditionelle Rezepte für Oatcakes, Shortbread und Fruchtvarianten
Schottische Kekse umfassen eine Vielfalt an Backwaren, die in der kulinarischen Tradition Schottlands eine zentrale Rolle spielen. Zu den prominenten Varianten gehören die herzhaften Scottish Oatcakes, die mürben Shortbread-Kekse sowie eine Variante mit eingeweichten Sultaninen und Gewürzen. Diese Kekse werden entweder in der Pfanne oder im Ofen zubereitet und eignen sich als Snacks, Appetizer oder Beilage zu Tee. Die Rezepte basieren auf einfachen Zutaten wie Haferflocken, Butter, Mehl und Salz, wobei Variationen durch Zugabe von Sirup, Früchten oder Gewürzen entstehen. Traditionell sind Oatcakes in schottischen Haushalten und Supermärkten omnipräsent, oft in Varianten mit Kräutern, Käse oder Limette-Koriander. Shortbread zeichnet sich durch seine brüchige Textur aus, die auf das Verhältnis von Butter, Zucker und Mehl zurückzuführen ist. Die Zubereitung erfordert präzise Handhabung, um die charakteristische Mürbigkeit zu erzielen. Im Folgenden werden die Rezepte und Techniken detailliert beschrieben, basierend auf den angegebenen Zutatenmengen und Verfahren.
Traditionelle Scottish Oatcakes
Scottish Oatcakes stellen herzhafte schottische Haferkekse dar, die schnell zubereitet werden und vielseitig genutzt werden können. Sie ähneln in Textur und Geschmack kommerziellen Produkten wie den Highland Oatcakes von Walkers. Die Kekse werden traditionell in der Pfanne oder im Ofen gebacken und dienen als Basis für Belegungen wie gesalzene Butter, Cheddar-Käse, Räucherlachs, saure Sahne, Marmelade oder Chutney.
Zutaten und Vorbereitung
Die Zutaten für etwa 20–25 Oatcakes lauten wie folgt:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Kernige Haferflocken | 180 g |
| Salz | 1/2 TL |
| Backpulver | 1/2 TL |
| Geschmolzene Butter | 60 g |
| Ahornsirup (oder Honig) | 2 EL |
| Heißes Wasser (nicht kochend) | 120 ml |
| Gemahlene Haferflocken (zur Unterlage) | 50 g |
Zur Herstellung von Hafermehl werden die Haferflocken gemahlen. Dies gelingt mit einer Küchenmaschine, einem Mixer, einem Thermomix oder einer Kaffeemühle, wobei sichergestellt werden muss, dass kein Kaffeearoma mehr vorhanden ist. Alternativ eignet sich ein Stabmixer oder ein Mörser mit Stößel. Im letzteren Fall werden die Haferflocken zuvor leicht angeröstet, um sie trockener und leichter zu mahlen zu machen.
Zubereitungsschritte
Den Ofen auf 160 Grad vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
180 g der gemahlenen Haferflocken in eine große Schüssel geben. Salz und Backpulver hinzufügen und alles gut vermischen.
Geschmolzene Butter und Ahornsirup (oder Honig) unterrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Dies geschieht mit einem Kochlöffel, vorzugsweise aus Holz.
Heißes Wasser portionsweise einarbeiten, bis ein Teig entsteht, der formbar ist. Der Teig sollte nicht zu feucht werden.
Den Teig auf einer Arbeitsfläche bestreuen, die mit den zusätzlichen 50 g gemahlenen Haferflocken bestäubt ist. Den Teig ausrollen oder mit den Händen zu einer Dicke von etwa 5 mm flach drücken.
Kreise oder andere Formen ausstechen und auf das Backblech legen.
Im vorgeheizten Ofen backen, bis die Ränder leicht gebräunt sind, was etwa 20–25 Minuten dauert.
Die Oatcakes kühlen auf einem Gitter aus. Sie sind knusprig und eignen sich für die Aufbewahrung in einer Dose. Variationen umfassen Zugaben wie Kräuter, Cheddar oder Limette-Koriander, die in schottischen Supermärkten üblich sind.
Diese Methode gewährleistet eine schnelle Zubereitung, die in Handumdrehen original schottische Kekse ergibt. Die Verwendung von kernigen Haferflocken sorgt für eine rustikale Textur, während zarte Haferflocken eine feinere Struktur erzeugen. Die geschmolzene Butter bindet die Zutaten und verleiht Fettigkeit, das Salz betont den herzhaften Charakter, und das Backpulver sorgt für leichte Aufgehen. Ahornsirup oder Honig balanciert die Salzigkeit und verhindert Trockenheit. Das heiße Wasser aktiviert das Backpulver und macht den Teig geschmeidig, ohne dass Eier benötigt werden.
In der Praxis wird empfohlen, die Haferflocken frisch zu mahlen, um Aroma und Frische zu maximieren. Die Temperatur des Wassers ist entscheidend: Es muss heiß, aber nicht kochend sein, um den Teig nicht zu verbrühen. Beim Ausrollen dient die Unterlage aus gemahlenen Haferflocken als Antihaftmittel und verhindert ein Kleben. Die Backtemperatur von 160 Grad führt zu einer gleichmäßigen Bräunung ohne Verbrennen.
Shortbread: Die klassische mürbe Variante
Shortbread sind schottische süß-salzige Mürbeteig-Kekse, deren Name auf die alte Bedeutung von "short" als mürbe oder brüchig zurückgeht. Typische Formen umfassen längliche Fingers, kreisförmige Rounds und kuchenstückförmige Petticoat Tails. Das klassische Verhältnis beträgt ein Teil Zucker, zwei Teile Butter und drei Teile Mehl, ergänzt durch Salz und Kristallzucker zum Bestreuen.
Standard-Rezept für Shortbread
Für etwa 750 g Shortbread:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Mehl | 450 g |
| Zucker | 150 g |
| Vanillezucker | Nach Bedarf |
| Salz | Prise |
| Kalte Butter | 300 g |
| Kristallzucker | Zum Bestreuen |
Zubereitung
Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz auf der Arbeitsfläche vermischen. Kalte Butter in Stücke schneiden und unterkneten, bis ein Teig entsteht. Nur so lange kneten, bis der Teig nicht mehr krümelig ist. Den Teig mindestens 30 Minuten kühlen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig ausrollen, formen und backen. Für Fingers eine rechteckige Form verwenden, in Streifen schneiden. Für Petticoat Tails einen Kreis formen und in Dreiecke teilen.
Eine Variante verwendet weiche Butter, Zucker, Mehl, Salz und Grieß. Der Ofen wird auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vorgeheizt. Grieß ist essenziell für die Textur; Alternativen sind Weizen- oder Dinkelgrieß. Optionale Zugaben: Zitronen- oder Orangenschale, Trockenfrüchte, kandierter Ingwer, Kakaopulver, Mohn oder Zimt.
Backzeit beträgt etwa 20–30 Minuten bei 150–180 Grad, abhängig von der Form und Dicke. Nach dem Backen mit Kristallzucker bestreuen. Die Kekse schmecken einen Tag später optimal, da die Konsistenz perfekt mürbe wird.
Die Kühlung des Teigs verhindert ein Auseinanderlaufen im Ofen. Beim Kneten auf der Arbeitsfläche entsteht eine gleichmäßige Verteilung der Fette. Grieß sorgt für Knusprigkeit und unterscheidet Shortbread von normalem Mürbeteig. Salz verstärkt den Buttergeschmack. Die niedrige Backtemperatur bewahrt die Zartheit.
Schottische Kekse mit Früchten und Gewürzen
Eine weitere Variante sind schottische Kekse mit Sultaninen, die über Nacht in Whiskey eingeweicht werden. Diese Kekse sind süß und gewürzt.
Zutaten
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Sultaninen | Nach Menge |
| Whiskey | Zum Einweichen |
| Walnusskerne (gehackt) | Fein gehackt |
| Cocktailkirschen | Kleingehackt |
| Butter | - |
| Zucker | - |
| Ei | 1 |
| Mehl | - |
| Backpulver | - |
| Gewürznelken | - |
| Muskatnuss (frisch gerieben) | - |
| Zimt | - |
Zubereitung
Sultaninen am Vortag abbrausen, abtropfen und in Whiskey einweichen. Walnüsse und Kirschen hacken. Butter, Zucker und Ei schaumig rühren, etwa 5 Minuten, für Luftigkeit. Mehl mit Backpulver, Nelken, Muskatnuss und Zimt mischen und unterheben. Sultaninen, Walnüsse und Kirschen einarbeiten.
Backblech mit Papier belegen, Ofen auf 180 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen. Teighäufchen mit Abstand setzen und 15 Minuten backen. Auf dem Blech auskühlen lassen für Knusprigkeit.
Ungeschwefelte Sultaninen spülen. Frisch geriebene Muskatnuss intensiviert das Aroma. Auskühlung auf dem Blech sorgt für Knusprigkeit; Lagerung in Dose mit Pergamentpapier trennen.
Diese Kekse verbinden Fruchtigkeit mit Gewürzen. Das Einweichen in Whiskey aromatisiert tief. Schaumiges Rühren integriert Luft für Lockerheit. Gewürze wie Muskatnuss verleihen Wärme.
Geschichte und kulturelle Bedeutung
Shortbread wird seit dem 12. Jahrhundert oder vom Hof Maria Stuarts (1542–1587) assoziiert. Ein französischer Bäcker soll es erfunden haben. Die Queen of Scots schätzte es. Die einfache Variante für das Volk nutzte Hafermehl ohne Zucker. Shortbread ist weltberühmt, oft als Souvenir. Es wird zur Tea-Time genossen.
Oatcakes sind in jedem schottischen Haushalt präsent, mit endlosen Variationen.
Tipps für die perfekte Zubereitung
Haferflocken frisch mahlen, ggf. anrösten.
Butter kalt für Shortbread, geschmolzen für Oatcakes.
Teig kühlen, um Form zu halten.
Niedrige Temperaturen für Mürbigkeit.
Auskühlen für Knusprigkeit.
Aufbewahrung in luftdichten Dosen.
Kalorien für Shortbread: ca. 500 kcal/100 g.
Variationen und Anpassungen
Shortbread mit Grieß oder Dinkelgrieß. Oatcakes pur oder belegt. Fruchtkekse mit ungeschwefelten Sultaninen.
Schlussfolgerung
Schottische Kekse wie Oatcakes, Shortbread und Fruchtvarianten basieren auf einfachen Zutaten und präzisen Techniken. Oatcakes bieten herzhafte Knusprigkeit durch Hafer und Butter, Shortbread mürbe Zartheit durch das 1:2:3-Verhältnis, und Fruchtkekse Aroma durch Einweichen und Gewürze. Diese Rezepte eignen sich für schnelle Zubereitung und vielseitige Verwendung, spiegeln schottische Tradition wider und erfordern Aufmerksamkeit bei Mahlen, Kneten und Backen.
Quellen
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