Erdmandelkekse: Glutenfreie und vegane Rezepte mit Tigernüssen

Erdmandeln, auch bekannt als Tigernüsse oder Chufa, stellen eine pflanzliche Zutat dar, die in der Backkunst eine besondere Rolle einnimmt. Botanisch gesehen handelt es sich bei Erdmandeln nicht um Mandeln oder Nüsse, sondern um kleine Knollen des Erdmandelgrases, die zu den Sauergrasgewächsen zählen. Diese Knollen werden seit Jahrhunderten in Afrika als Lebensmittel genutzt und gelten aufgrund ihres hohen Gehalts an Nährstoffen als wertvoll. Sie weisen einen süßen Geschmack auf und enthalten einen hohen Anteil an Ballaststoffen, die eine langsame Freisetzung von Zucker ins Blut ermöglichen. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel nur moderat ansteigen, was eine geringe Insulin-Ausschüttung begünstigt und ein langes Sättigungsgefühl erzeugt. Zusätzlich werden positive Effekte auf die Verdauung, die Konzentration und die Linderung von Kopfschmerzen berichtet. Im Kontext des Backens eignen sich Erdmandeln besonders für die Herstellung von Keksen und Plätzchen, die oft glutenfrei, vegan und ohne Zuckerzusatz zubereitet werden. Verschiedene Rezepte demonstrieren die Vielseitigkeit dieses Mehls, das klassisches Mehl im Verhältnis 1:1 ersetzen kann und eine natürliche Süße mitbringt. Die folgenden Abschnitte beleuchten Eigenschaften, Zubereitungstechniken und spezifische Rezepte basierend auf verfügbaren Angaben.

Botanische und Nährstoffliche Eigenschaften von Erdmandeln

Erdmandeln stammen aus dem Erdmandelgras und werden in gemahlener Form als Mehl verwendet. Ihr natürlicher Süßgeschmack macht sie zu einer attraktiven Alternative in der Backzutatenauswahl, insbesondere für Rezepte, die ohne Zuckerzusatz auskommen sollen. Der hohe Ballaststoffgehalt sorgt dafür, dass der enthaltene Zucker langsam ins Blut gelangt, was den Blutzuckerspiegel stabilisiert und die Bauchspeicheldrüse entlastet. Dies führt zu einem moderaten Anstieg und einem langsamen Abfall des Blutzuckerspiegels. Berichte heben hervor, dass Erdmandeln die Verdauung verbessern, die Konzentration steigern und Kopfschmerzen lindern können. Diese Eigenschaften machen sie zu einer geeigneten Zutat für gesundheitsbewusste Backwaren.

In der Praxis wird Erdmandelmehl häufig in glutenfreien Rezepten eingesetzt, da es von Natur aus glutenfrei ist. Es eignet sich für Personen mit Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber klassischem Mehl. Die Knollen können direkt gemahlen werden und bieten eine mürbe Textur in Gebäck, die nicht trocken wirkt, wenngleich sie nicht die Feinheit von Weizengebäck erreicht. Experimente mit Teigzusammensetzungen zeigen, dass Anpassungen notwendig sein können, um Trockenheit oder mangelnde Süße zu vermeiden. Die Möglichkeit, Erdmandelmehl 1:1 in bestehenden Rezepten zu ersetzen, erweitert den Einsatzbereich erheblich.

Grundlagen des Backens mit Erdmandelmehl

Das Backen mit Erdmandelmehl erfordert spezifische Techniken, die in den Rezepten berücksichtigt werden. Typischerweise wird der Ofen auf Temperaturen zwischen 175 und 180 Grad Celsius Ober-/Unterhitze oder Umluft vorgeheizt. Backzeiten variieren von 10 bis 20 Minuten, wobei die Kekse nach dem Backen oft noch weich sind und erst beim Abkühlen fest werden. Teige werden meist durch Vermengen trockener Zutaten mit flüssigen Komponenten hergestellt, ohne intensives Kneten, um die Mürbe zu erhalten.

Wichtige Bindemittel sind Kokosöl, das flüssig gemacht wird, Agavendicksaft, Reissirup oder Apfelmus. Trockene Zutaten umfassen neben dem Erdmandelmehl oft Haferflocken, Kakao, Zimt, Vanille, Natron oder Backpulver. Für vegane Varianten kommen pflanzliche Milch oder Leinsamen-Gel zum Einsatz. Das Formen erfolgt durch Löffeln von Teigportionen auf Backpapier, Flachdrücken und optionales Wälzen in Kokoschips. Nach dem Backen kühlen die Kekse auf einem Gitter aus, um Knusprigkeit zu erreichen. Diese Methoden gewährleisten ein Ergebnis, das als Teegebäck geeignet ist: mürbe, aber nicht dröge.

Erdmandelmehl bringt natürliche Süße ein, sodass auf Zucker verzichtet werden kann. Es ist sojafrei, laktosefrei, eifrei und frei von Zusatzstoffen, was es für vielfältige Diätanforderungen qualifiziert. In Rezepten mit Fruchtkomponenten wie Apfelmus wird Flüssigkeit angepasst, um die Teigkonsistenz zu optimieren – der Teig sollte vom Löffel tropfen, ohne zu flüssig zu sein.

Rezept 1: Glutenfreie und vegane Erdmandel-Schoko-Cookies

Dieses Rezept ergibt etwa 12 Stück und basiert auf einer glutenfreien, veganen Zubereitung ohne Mehl. Die Zutaten sind wie folgt:

Zutat Menge
Glutenfreie Haferflocken 115 g
Gemahlene Erdmandeln 90 g
Kakaopulver 15 g
Agavendicksaft 90 g
Kokosöl 85 g
Zimt 1/2 TL
Pflanzliche Milch (z. B. Mandelmilch) 2 EL
Vegane Bitterschokolade (optional für Deko) 30 g

Zubereitungsschritte:

  1. Den Ofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
  2. Die trockenen Zutaten – Haferflocken, gemahlene Erdmandeln, Kakaopulver und Zimt – in einer Schüssel vermengen.
  3. Das Kokosöl in einem Topf oder über einem Wasserbad erwärmen, bis es flüssig ist.
  4. Flüssiges Kokosöl und Agavendicksaft zu den trockenen Zutaten geben und mit einem Kochlöffel zu einem klebrigen Teig verkneten.
  5. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  6. Mit zwei Esslöffeln Teigportionen abnehmen, auf das Blech setzen, flachdrücken und zu runden Kreisen formen.
  7. Die Kekse 13 bis 15 Minuten backen. Sie erscheinen nach dem Backen weich und härten beim Abkühlen aus.
  8. Optional die Schokolade über einem Wasserbad schmelzen und die abgekühlten Kekse damit verzieren. Die Schokolade fest werden lassen.

Dieses Rezept eignet sich als Snack für Spaziergänge und betont die Knusprigkeit nach dem Abkühlen. Die Kombination aus Kakao und Zimt verleiht eine schokoladige Note, während die Erdmandeln für Sättigung sorgen.

Rezept 2: Erdmandel-Vanille-Plätzchen mit Kokos

Dieses einfache Rezept für Plätzchen verwendet Erdmandelmehl als Basis und ist leicht umzusetzen. Es erfordert einen Multizerkleinerer für die Kokoschips.

Zutaten (genaue Mengenangaben basierend auf typischer Zusammensetzung):

  • Erdmandelmehl (Menge nicht spezifiziert, als Hauptzutat)
  • Vanilleschote (Mark)
  • Zitronenschale und -saft
  • Kokosnussmilch
  • Coconut Chips (Kokosraspeln)

Zubereitung:

  1. Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Vanilleschote auskratzen, Zitronenschale reiben und Saft pressen.
  3. Alle trockenen Zutaten bis auf die Coconut Chips in einer Schüssel vermengen.
  4. Kokosnussmilch und Zitronensaft nach Bedarf hinzufügen, um den Teig zu binden.
  5. Aus dem Teig kleine Kugeln formen.
  6. Coconut Chips zerkleinern und die Kugeln darin wälzen, dann leicht flach drücken und auf das Blech legen.
  7. 20 Minuten backen.

Die Plätzchen sind vegan, glutenfrei, sojafrei, laktosefrei und eifrei. Das Erdmandelmehl ersetzt klassisches Mehl 1:1 und sorgt für natürliche Süße, sodass kein Zucker benötigt wird.

Rezept 3: Erdmandelkekse mit Apfelmus und Haferflocken

Dieses Rezept integriert Apfelmus für Feuchtigkeit und verwendet Rapsöl.

Zutaten:

Zutat Menge
Rapsöl 8 EL
Mandelmus 2 EL
Ei 1
Zimt (gemahlen) 1/2 TL
Vanille 1 1/2 TL
Gemahlene Erdmandeln 100 g
Kokosflocken 3 EL
Kakaopulver 1 TL
Natron 1 TL
Haferflocken 85 g
Salz 1 Prise
Apfel (für Mus) 1

Zubereitung:

  1. Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. Apfel schälen, vierteln, mit Zimt in Wasser kochen und zu Mus verarbeiten; Wasser aufbewahren.
  3. Rapsöl mit Mandelmus schaumig schlagen, dann Ei, Apfelmus, Zimt und Vanille einrühren.
  4. Erdmandeln, Kokosflocken, Haferflocken, Natron, Salz und Kakaopulver unterrühren.
  5. Mit Apfelmus-Wasser (oder Hafer-/Reismilch) auf Konsistenz bringen, bis der Teig tropft.
  6. Esslöffelgroße Kreise auf Backpapier tropfen.
  7. 12 Minuten backen, bis elastisch. 1 Minute abkühlen lassen, dann auf Gitter.

Der Teig muss eine mittlere Konsistenz haben, um gleichmäßige Kekse zu erzeugen.

Rezept 4: Erdmandelkekse mit Leinsamen

Dieses Rezept ist für etwa 10 kleine Kekse und enthält Nährwertangaben.

Zutaten (basierend auf Angaben):

  • Geschrotete Leinsamen (mit 3 EL Wasser)
  • Erdmandelmehl
  • Flohsamenschalen
  • Stärke
  • Backpulver
  • Vanille, Zimt, Salz
  • Kokosöl
  • Reissirup

Nährwerte pro Keks (100 g Portion):

Nährstoff Pro Keks (1028 kJ / 246 kcal) Pro Portion (2306 kJ / 551 kcal)
Eiweiß 1,78 g 4,00 g
Kohlenhydrate 18,70 g 41,92 g
Fett 18,12 g 40,62 g
Fructosegehalt 0,43 g 0,97 g
Sorbitgehalt 0,00 g 0,00 g
Glucosegehalt 1,32 g 2,95 g
Laktosegehalt 0,00 g 0,00 g

Zubereitung:

  1. Leinsamen mit Wasser verrühren und 10 Minuten quellen lassen.
  2. Kokosöl schmelzen.
  3. Erdmandelmehl, Flohsamenschalen, Stärke, Backpulver, Vanille, Zimt und Salz vermischen.
  4. Kokosöl, Reissirup und Leinsamen einrühren.
  5. Kleine Kekse formen, andrücken und bei 180 °C 10-15 Minuten backen.
  6. Vollständig auskühlen lassen für Knusprigkeit.

Die Kekse sind nach dem Backen weich und werden knusprig.

Variationen und Anpassungen aus weiteren Quellen

Auf Plattformen wie Chefkoch.de werden zahlreiche Varianten aufgeführt, darunter Erdmandelkekse mit Joghurt (ohne Butter, Ei, Nüsse und Zucker), vegan-glutenfrei-sojafrei-nussfrei, Erdmandelplätzchen aus der Pfanne, Dinkelplätzchen mit Erdmandeln, Kokos und Amaranth sowie Amarettini-Zimt-Quark mit Erdmandeln. Diese Rezepte variieren in Komplexität von simpel (5-10 Minuten) bis normal (30-60 Minuten) und integrieren Zutaten wie Lemon Curd, Pflaumenmus, Nelke, Kardamom oder Cranberry-Füllung. Bewertungen reichen von 2,8 bis 4,7 Sternen, was auf Akzeptanz hinweist.

Anpassungen umfassen die Erweiterung mit Schokolade, Früchten oder Gewürzen. Teigprobleme wie Trockenheit werden durch Flüssigkeitszugaben gelöst. Die Kekse dienen als Festtagsgebäck für Ostern, Weihnachten oder Partys.

Praktische Tipps für die Zubereitung

Beim Vermengen trockener und flüssiger Zutaten entsteht ein klebriger oder tropfender Teig, der mit Löffeln portionierbar ist. Backpapier verhindert Anhaften. Abkühlzeit ist essenziell für Textur. Für Dekoration Schokolade schmelzen. Bei Unverträglichkeiten prüfen, ob Zutaten wie Haferflocken glutenfrei sind. Nährwertberechnungen sollten vor Zubereitung validiert werden, insbesondere bei Sorbitintoleranz.

Die Rezepte sind für Kinder, Camping oder Grillen geeignet und betonen Einfachheit. Erdmandelmehl erlaubt zuckerfreies Backen.

Schlussfolgerung

Erdmandelkekse bieten eine glutenfreie, oft vegane Alternative mit natürlicher Süße und gesundheitlichen Vorteilen durch Ballaststoffe und stabile Blutzuckerwirkung. Rezepte mit Haferflocken, Kokosöl und Gewürzen erzeugen mürbes Gebäck, das nach Abkühlen knusprig wird. Nährwerte unterstreichen niedrige Zuckeranteile. Die Vielseitigkeit für 1:1-Mehlersatz macht Erdmandelmehl zu einer praktischen Zutat in der kulinarischen Praxis.

Quellen

  1. endlichzuckerfrei.de
  2. freiknuspern.de
  3. chefkoch.de
  4. 100years.de
  5. la-balance.de
  6. kochenohne.de

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