Omas Heringssalat – Traditionelle Rezepte aus der DDR-Küche

Der Heringssalat zählt zu den kulinarischen Ikonen der DDR-Küche und war insbesondere in den Weihnachts- und Silvesterzeiten ein fester Bestandteil auf der Tafel. In den Haushalten der DDR war dieser herzhafte Salat nicht nur ein beliebtes Gericht, sondern auch ein Symbol für die Zeit der knappen Ressourcen und der kreativen Kochkunst der Omas. Zahlreiche Rezepte für Heringssalat wurden über Generationen weitergegeben und bis heute bewahrt. In diesem Artikel werden traditionelle Rezepte, Zubereitungsmethoden sowie kulinarische Nuancen dieses besonderen Gerichts vorgestellt, basierend auf authentischen Quellen aus der DDR- und Oma-Küche.

Heringssalat in der DDR – Ein Gericht der Weihnachts- und Silvesterzeiten

In den Monaten Dezember und Januar war der Heringssalat ein unverzichtbarer Bestandteil der kulinarischen Tradition in der DDR. Er durfte weder zu Weihnachten noch zu Silvester auf der Tafel fehlen und war bei Geburtstagsfeiern ebenso willkommen. Die Zubereitung des Salates war oft eine familiäre Angelegenheit, bei der mehrere Personen zusammenkochten, um die Zutaten zu schneiden und den Salat zu vermengen. Besonders in der Weihnachtszeit war diese Arbeit eine willkommene Gelegenheit, Zeit miteinander zu verbringen und gemeinsam zu lachen – meist im Takt der Weihnachtsmusik, die im Hintergrund lief.

Ein typisches Rezept, wie es von Oma Reni weitergegeben wurde, erfordert eine Vielzahl an Zutaten wie Jagdwurst, Schwartenwurst, Rotwurst, Heringsfilets, saure Gurken, Pellkartoffeln, Zwiebeln, Äpfel, Kapern, Senf und Mayonnaise. Diese Komponenten werden fein geschnitten und dann zu einem harmonischen Salat kombiniert. Ein besonderes Merkmal dieses Rezepts ist die Abwesenheit von Ei, was es von anderen Heringssalaten unterscheidet.

Zusätzlich zur kulinarischen Bedeutung des Salates war er auch ein Ausdruck der besonderen Lebensumstände in der DDR. Oft wurde Wurst aus dem vorjährigen Schlachttag verwendet, wenn frische nicht erhältlich war. Diese Praxis spiegelt die damalige Realität wider, in der es oft darum ging, vorhandene Lebensmittel optimal zu nutzen und keine Zutat verschwendet zu werden.

Zutaten und Zubereitung – Ein Rezept von Oma Reni

Die Rezeptur, die Oma Reni weitergibt, ist ein klassisches Beispiel für die herzhafte und fettreiche Küche der DDR. Die Zutatenliste umfasst eine Mischung aus Wurstsorten, Fischfilets, Gemüse und Gewürzen, die alle zu einem harmonischen Salat kombiniert werden.

  • Jagdwurst: 250 g
  • Schwartenwurst (geräuchert): 250 g
  • Rotwurst (geräuchert): 250 g
  • Heringsfilets: 400 g
  • Salzgurken: 5–7 Stück
  • Pellkartoffeln: 2 mittelgroße
  • Zwiebeln: 1–2 mittelgroße
  • Äpfel: 2, geschält und ohne Kerngehäuse
  • Kapern: nach Geschmack
  • Essig: 1–2 Spritzer
  • Senf: 1 Esslöffel
  • Mayonnaise: 3 Esslöffel

Die Zubereitung beginnt damit, dass alle Zutaten in kleine Würfel geschnitten werden. Dabei ist es wichtig, die Zwiebeln besonders fein zu schneiden, um die Schärfe zu verteilen. Die Kapern, Senf und Mayonnaise werden dann hinzugefügt und alles gut durchgemischt. Nach Oma Reni ist die Würzung durch Salzen und Pfeffern nicht nötig, da die Zutaten bereits ausreichend Geschmack beisteuern. Das Schneiden der Zutaten, obwohl etwas aufwendig, wird von Oma Reni als eine willkommene Aktivität beschrieben, die mit Freude und Teamarbeit bewältigt wird – besonders dann, wenn es in der Weihnachts- oder Silvesterzeit stattfindet.

Kubanischer Heringssalat – Ein Geheimtipp aus der DDR-Küche

Ein weiteres Rezept, das in der DDR-Küche populär war, ist der sogenannte Kubanische Heringssalat. Dieses Rezept ist ein spannendes Beispiel für die kreative Kombination von salzigem Fisch mit frischem Gemüse und einem cremigen Dressing. Es ist ein ungewöhnliches, aber geschmackvoll zusammengestelltes Gericht, das insbesondere Fischliebhabern und denen, die nach Abwechslung in ihrer Speisekarte suchen, ansprechen kann.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Heringssalaten, die meist Mayonnaise enthalten, setzt dieses Rezept auf eine cremige Soße mit Anchovis, die dem Salat eine besondere Note verleiht. Die Kombination aus salzigen Heringsfilets und der leichten Schärfe des Dressings erzeugt ein harmonisches Gleichgewicht, das den Geschmackssinn erfreut. Zudem wird das Gericht durch die Zugabe von frischem Gemüse bereichert, wodurch es nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch ansprechend wirkt.

Russischer Heringssalat mit Rote Bete – Ein weiteres Klassiker

Ein weiteres Rezept, das in der DDR-Küche eine Rolle spielte, ist der Russische Heringssalat mit Rote Bete. Dieses Gericht ist nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch geschmacklich vielseitig. Es vereint die salzige Note des Heringes mit der cremigen Frische der Mayonnaise und der erdigen Süße der Rote Bete.

Die Zutatenliste für diesen Salat ist breit gefächert und umfasst:

  • Matjesfilets: 1 Päckchen
  • Zwiebel: 1 Stück
  • Säuerlicher Apfel: 1 Stück
  • Saure Gurken: 4 Stück
  • Senf: 1 Esslöffel
  • Salatcreme oder Mayonnaise: 2 Esslöffel
  • Pfeffer: nach Geschmack

Die Zubereitung beginnt mit dem Abtropfen der Matjesfilets, die dann in kleine Würfel geschnitten werden. Gleiches gilt für die Zwiebel, den Apfel und die sauren Gurken. Alle Komponenten werden mit Senf und Mayonnaise vermengt und mit Pfeffer gewürzt. Der Salat ruht dann für eine Stunde, um die Geschmacksstoffe optimal zu entfalten. Danach wird er serviert, idealerweise mit frischem Brot.

Ein weiteres Rezept, das auf die gleiche Grundzutatenliste zurückgreift, fügt noch Rote Bete und Rindfleisch hinzu. Diese Erweiterung sorgt für zusätzliche Geschmackstiefe und Textur. Die Rote Bete wird am Tag zuvor gekocht, geschält und in kleine Würfel geschnitten. Das Rindfleisch wird ebenfalls in Würfel geschnitten, wenn es hinzugefügt wird. Die Mayonnaise wird mit saurer Sahne kombiniert und mit Zucker, Essig, Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Alle Zutaten werden dann gut durchgemischt und serviert.

Heringssalat mit Sahnesoße – Ein weiterer Favorit aus der Oma-Küche

Ein weiteres Rezept, das in der DDR- und Oma-Küche verbreitet war, ist der Heringssalat mit Sahnesoße. Dieses Gericht, das auch als „Saurer Hering“ oder „Hering in Sahnesoße“ bezeichnet wurde, war ein absolutes Lieblingsgericht von Oma Uschi. Es war nicht nur schmackhaft, sondern auch eine Quelle von Kindheitserinnerungen, die bis heute lebendig bleiben.

Die Zutatenliste für diesen Salat ist ebenfalls breit gefächert und umfasst:

  • Heringsfilets
  • Sahne
  • 1 Apfel
  • 2 hart gekochte Eier
  • 1 größere Zwiebel
  • 1 Möhre
  • 1 Stück Sellerie
  • 2 Lorbeerblätter
  • 3–4 Pimentkörner
  • 3–4 Gewürzgurken
  • Essig
  • Pellkartoffeln

Die Zubereitung beginnt damit, dass Möhren und Sellerie in kleine Würfel geschnitten werden, die Zwiebeln in dünne Scheiben. Diese werden dann mit Lorbeerblättern und Pimentkörnern in 300 ml Wasser für 15 Minuten weich gekocht. Während das Gemüse köchelt, werden die Eier, der Apfel und die Gewürzgurken fein klein geschnitten und zum Hering und der Sahne hinzugefügt. Wenn das Gemüse weich ist, wird Essig hinzugefügt, um die Geschmacksschärfe zu regulieren. Das Gemüse und die Essigbrühe werden dann in die Schüssel mit dem Hering gegeben und alles gut durchgemischt. Lorbeerblätter und Pimentkörner bleiben im Salat, wodurch er eine zusätzliche Würze bekommt.

Heringssalat in der heutigen Zeit – Ein Rezept aus der Oma-Küche

Trotz der Veränderungen in der heutigen Zeit hat sich der Heringssalat als ein Gericht bewahrt, das weiterhin beliebt ist – nicht nur in der DDR-Region, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands. Viele Familien, die dieses Gericht aus der Kindheit kennen, bereiten es noch heute zu, besonders zu Weihnachten und Silvester. Die Rezepte sind oft von Generation zu Generation weitergegeben und tragen so die kulinarische Tradition fort.

Ein weiteres Rezept, das in der heutigen Zeit verbreitet ist, ist der Omas Matjessalat. Dieses Gericht ist eine einfache, aber schmackhafte Variante des Heringssalats und wird oft als Vorspeise serviert. Die Zutatenliste umfasst:

  • 10 Stück Matjesfilet
  • 3 Stück Gewürzgurken
  • 2 Stück säuerliche Äpfel
  • 1 Stück Zwiebel
  • 1 Stück Rote Bete
  • 3 EL Mayonnaise
  • 200 g saure Sahne
  • ½ TL Weinessig
  • ¼ TL Zucker
  • Salz & Pfeffer
  • 200 g Rindfleisch, gekocht, optional

Die Zubereitung beginnt damit, dass die Rote Bete am Tag zuvor gekocht und geschält wird. Danach werden alle Zutaten in kleine Würfel geschnitten und in eine große Schüssel gegeben. Wenn der Salat nicht zu fischig sein soll, werden die Matjefilets vor dem Schneiden abgewaschen. Für die Soße wird Mayonnaise mit saurer Sahne cremig gerührt und mit Zucker, Essig, Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Alle Zutaten werden dann gut durchgemischt und serviert.

Heringssalat als Buffetgericht – Ein optisches Highlight

Ein weiteres Merkmal des Heringssalats ist seine optische Wirkung. Auf einem Buffet oder bei Festen ist er ein willkommenes Highlight, das sowohl die Augen als auch den Gaumen erfreut. Die Kombination aus verschiedenen Farben und Texturen macht ihn besonders ansprechend. Zudem ist er ein Gericht, das sich gut vorbereiten lässt und im Kühlschrank aufbewahrt werden kann. Übrig gebliebener Heringssalat kann bis zu 3–4 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden und wird mit der Zeit noch besser, da sich die Geschmacksstoffe weiter entfalten.

Ein weiteres Rezept, das besonders auf Buffets und Festen beliebt war, ist der Heringssalat mit Rote Bete. Dieses Gericht wird typischerweise mit Kartoffeln gegessen oder auf Brot serviert. Es ist ein Gericht, das nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch beeindruckend ist. Die Kombination aus Salzhering, Kartoffeln, Rote Bete, Zwiebeln und Gurke, vereint durch ein fein abgeschmecktes Joghurt-Mayonnaise-Dressing, ergibt ein Gericht mit Tiefe, Frische und Farbe.

Heringssalat – Ein Rezept aus der Region Wolfen/Bitterfeld

In der Region Wolfen/Bitterfeld, wo ein großes Neubaugebiet für die Arbeiter der Chemiebetriebe errichtet wurde, war der Heringssalat besonders verbreitet. Die Familie von Oma Uschi wohnte in einem kleinen Dorf mitten zwischen Wolfen und Bitterfeld und hatte Zugang zu einer Vielzahl an Fleischsorten. Es gab drei Fleischer, zwei davon waren Selbstständige und einer arbeitete für den Konsum. Wenn man nett zu den Verkäuferinnen war, wurden oft kleine Geschenke oder zusätzliche Lebensmittel versteckt. Innerhalb von fünf Minuten war man am nächsten HO angelangt, wo es unter anderem leckeres Corned Beef im Block gab.

Die kulinarischen Traditionen dieser Region trugen dazu bei, dass der Heringssalat nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern auch ein Symbol für die Lebensqualität der damaligen Zeit war. Die Zutaten, die in dieser Region verfügbar waren, trugen dazu bei, dass der Heringssalat ein unverzichtbares Gericht wurde, das bis heute in vielen Familien weitergegeben wird.

Fazit

Der Heringssalat war in der DDR-Küche mehr als nur ein einfaches Gericht. Er war ein Symbol für die kulinarischen Traditionen der Zeit, für die Familie, die Feiertage und die Weihnachtszeit. Zahlreiche Rezepte wurden über Generationen weitergegeben und tragen bis heute die Essenz der DDR-Küche in sich. Die Zubereitung des Salates war oft eine gemeinsame Angelegenheit, bei der mehrere Personen zusammenkochten und die Zutaten in kleine Würfel schneideten. Ob in der Weihnachtszeit, an Silvester oder zu Familienfeiern – der Heringssalat war immer ein fester Bestandteil der Tafel.

Die Rezepte, die heute noch in vielen Familien weitergegeben werden, spiegeln die kreativen Kochkünste der Omas wider. Sie kombinierten Fisch, Wurst, Gemüse und Gewürze zu einem harmonischen Salat, der sowohl geschmacklich als auch optisch beeindruckte. Ob es sich um den klassischen Heringssalat, den Kubanischen Heringssalat oder den Russischen Heringssalat mit Rote Bete handelte – jedes Rezept hat seine eigenen Charakteristika und besonderen Merkmale.

Der Heringssalat bleibt bis heute ein beliebtes Gericht, das nicht nur in der Weihnachts- und Silvesterzeit, sondern auch an anderen Anlässen auf der Tafel erscheint. Seine kreative Kombination aus Zutaten, die Vielfalt an Geschmacksrichtungen und die einfache Zubereitung machen ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil der kulinarischen Traditionen. Ob in der DDR oder heute – der Heringssalat ist ein Gericht, das die Herzen der Menschen erfreut und die kulinarische Kreativität der Omas lebendig hält.

Quellen

  1. Heringssalat DDR Rezept von Oma Reni
  2. Heringssalat rezepte ddr
  3. Omas Heringssalat
  4. Saurer Hering oder marinierter Hering von Oma Uschi
  5. Klassischer Heringssalat aus Omas guter alter Zeit zu Silvester

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