Klassische Rezepte für den Zwetschgendatschi: Omas Hefeteig gegen Mürbeteig

Der Zwetschgendatschi ist ein Klassiker der deutschen und österreichischen Kuchentradition, der vor allem in den Herbstmonaten auf Kaffeetischen und in Backstuben zu finden ist. Doch was macht diesen Kuchen so besonders? Und wie unterscheiden sich die verschiedenen Rezeptvarianten – insbesondere die Verwendung von Hefeteig oder Mürbeteig – voneinander? In diesem Artikel wird das Rezept für den Zwetschgendatschi genauer unter die Lupe genommen. Anhand von Rezepten, Tipps und Hintergrundinformationen, die in mehreren Quellen beschrieben werden, wird gezeigt, wie man diesen Kuchen authentisch nach Omas Art backen kann. Zudem werden die Unterschiede zwischen Hefeteig- und Mürbeteig-Rezepturen erläutert, um die perfekte Variante für jeden Geschmack zu finden.

Einführung

Der Zwetschgendatschi ist ein traditioneller Kuchen, der in erster Linie aus Hefeteig oder Mürbeteig, Zwetschgen und Streuseln besteht. Er zählt zu den beliebtesten Kuchen der Herbstzeit und wird oft in Kaffeehäusern oder in Familienkreisen serviert. In den Bereichen Bayern, Niederbayern und Österreich ist er besonders verbreitet, wo er auch einfach als „Datschi“ bezeichnet wird.

Die Rezepte für diesen Kuchen sind vielfältig und stammen oft aus generationsübergreifenden Familienüberlieferungen. Sie variieren in der Verwendung von Zutaten und Techniken, wobei insbesondere die Wahl zwischen Hefeteig und Mürbeteig eine entscheidende Rolle spielt. Während manche Rezepte traditionell auf Hefeteig zurückgreifen, haben sich in den letzten Jahrzehnten auch Varianten mit Mürbeteig etabliert. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, und die Wahl hängt oft von regionalen Traditionen, individuellen Vorlieben und der jeweiligen Kuchentradition der Familie ab.

Ziel dieses Artikels ist es, die verschiedenen Rezepturen, Tipps und Techniken für den Zwetschgendatschi detailliert darzustellen, um Hobbyköche und Backbegeisterte optimal zu unterstützen. Dabei werden insbesondere zwei Aspekte im Vordergrund stehen: die klassische Rezeptur mit Hefeteig und die moderne Alternative mit Mürbeteig. Zudem werden allgemeine Tipps für die Zubereitung des Kuchens sowie einige kulinarische Hintergrundinformationen vermittelt.

Rezept mit Hefeteig – die traditionelle Variante

Die traditionelle Variante des Zwetschgendatschi wird mit Hefeteig hergestellt. Dieser Teig ist fluffig und luftig, wodurch der Kuchen eine typische, leicht aufgegangene Struktur erhält. Im Folgenden wird ein Rezept beschrieben, das auf mehreren Quellen beruht und die typischen Zutaten und Schritte einer Hefeteig-Rezeptur wiedergibt.

Zutaten

Für den Hefeteig werden folgende Zutaten benötigt:

  • 500 g Mehl
  • 50 g Zucker
  • 80 g Butter
  • 1 Ei
  • 1/2 Würfel Frischhefe
  • ¼ l Milch
  • 1 Prise Salz
  • Vanillezucker
  • 1 Würfel (42 g) frische Hefe

Zusätzlich werden benötigt:

  • 2 kg Zwetschgen
  • 1 ½ TL Zimt
  • 75 g Zucker
  • 75 g Butter

Zubereitung

  1. Vorbereitung des Hefeteigs:
    Die Butter wird zuerst geschmolzen. Anschließend werden Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz in einer Schüssel vermengt. Die Milch wird erwärmt, und die zerbröckelte Hefe darin unter Rühren aufgelöst. Die flüssige Butter und das Ei werden dann zur Mehlmischung hinzugefügt, und alles wird zu einem glatten Teig verarbeitet. Der Teig wird zugedeckt an einem warmen Ort etwa 45 Minuten gehen lassen.

  2. Vorbereitung der Zwetschgen:
    Die Zwetschgen werden gewaschen, längs halbiert und entsteint. Sie werden dann gleichmäßig auf dem Teig verteilt, wobei sie leicht in den Teig gedrückt werden.

  3. Zubereitung des Zimtzuckers:
    Zimt und Zucker werden in einer Schüssel gemischt. Die Butter wird in kleine Flöckchen geschnitten und auf dem Kuchen verteilt. Danach wird die Hälfte des Zimtzuckers darauf gestreut.

  4. Backen:
    Der Kuchen wird im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene etwa 25 Minuten gebacken. Nach dem Backen wird er mit dem restlichen Zimtzucker bestäubt und auskühlen gelassen.

Tipps zur Zubereitung

  • Der Teig sollte nach dem Kneten gut durchgezogen werden, um eine gleichmäßige Struktur zu erzielen.
  • Die Zwetschgen sollten nicht zu saftig sein, da der Teig sonst zu nass wird. Alternativ kann auch ein Teil der Zwetschgen durch Äpfel ersetzt werden, um die Saftigkeit zu reduzieren.
  • Der Zimtzucker kann nach Geschmack verändert werden, beispielsweise durch die Zugabe von Vanillezucker oder weiteren Gewürzen.

Rezept mit Mürbeteig – eine moderne Alternative

Neben der traditionellen Hefeteig-Variante gibt es auch eine moderne Alternative, bei der ein Mürbeteig verwendet wird. Diese Variante ist besonders bei jüngeren Backern beliebt, da der Mürbeteig einfacher zu kneten ist und sich schneller zubereiten lässt. Im Folgenden wird ein Rezept für den Zwetschgendatschi mit Mürbeteig beschrieben.

Zutaten

Für den Mürbeteig werden benötigt:

  • 500 g Mehl
  • 250 g Margarine
  • 200 g Zucker
  • 2–3 Eier
  • 1 P. Backpulver
  • 1 P. Vanillinzucker

Zusätzlich werden benötigt:

  • 500 g (oder mehr) Zwetschgen
  • 2 EL Zucker
  • 1 TL Zimt

Zubereitung

  1. Vorbereitung des Mürbeteigs:
    Die Margarine wird cremig gerührt, und Zucker sowie Vanillezucker werden hinzugefügt. Die Eier werden untergerührt, und danach Mehl und Backpulver hinzugefügt. Alles wird zu einem Mürbeteig geknetet, der anschließend kurz im Kühlschrank kalt gestellt wird.

  2. Vorbereitung der Zwetschgen:
    Die Zwetschgen werden entsteint und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilt.

  3. Belag:
    Zwei Drittel des Teiges werden auf das Blech ausgerollt. Die restlichen zwei Drittel werden zu Streuseln verarbeitet und in Streifen geschnitten, die gitterförmig auf dem Kuchen verteilt werden.

  4. Backen:
    Der Kuchen wird bei 170 °C (Ober- und Unterhitze) etwa 30–40 Minuten gebacken.

  5. Zimtzucker:
    Nach dem Backen wird der Kuchen mit einer Mischung aus Zucker und Zimt bestreut.

Tipps zur Zubereitung

  • Der Mürbeteig sollte nicht zu warm werden, da er sonst zu weich wird. Kaltstellen im Kühlschrank hilft, die Konsistenz zu erhalten.
  • Die Streusel sollten nicht zu groß sein, um eine gleichmäßige Verteilung und einen knusprigen Belag zu gewährleisten.
  • Die Zwetschgen sollten nicht zu saftig sein, da der Teig sonst zu nass wird.

Hefeteig oder Mürbeteig – was ist besser?

Die Wahl zwischen Hefeteig und Mürbeteig für den Zwetschgendatschi hängt von individuellen Vorlieben und regionalen Traditionen ab. In der Vergangenheit war der Hefeteig die übliche Variante, insbesondere in jüngeren Jahren. In den 1950er Jahren wurde der Mürbeteig jedoch immer häufiger verwendet, da er sich einfacher zubereiten ließ und der Teig schneller war. Heute gibt es beide Varianten, wobei der Mürbeteig vor allem in Kaffeehäusern und Cafés populär geworden ist.

Vorteile des Hefeteigs

  • Luftigere Struktur: Der Hefeteig ist fluffig und luftig, was dem Kuchen eine leichte Konsistenz verleiht.
  • Traditionelle Herkunft: Viele Familienrezepte stammen von der Hefeteig-Variante, was sie für manche Backbegeisterte besonders wertvoll macht.
  • Bessere Konservierung: Der Hefeteig hält sich länger, da er sich nach dem Backen nicht so schnell trocknet.

Nachteile des Hefeteigs

  • Längere Zubereitung: Der Hefeteig muss mehrere Stunden gehen, was die Zubereitung zeitintensiver macht.
  • Geringere Flexibilität: Der Hefeteig ist etwas anspruchsvoller in der Handhabung, da er leichter zerfällt, wenn er nicht ordnungsgemäß geknetet wird.

Vorteile des Mürbeteigs

  • Einfache Zubereitung: Der Mürbeteig ist schneller zu kneten und lässt sich besser formen.
  • Bessere Konsistenz: Der Mürbeteig ist fester und lässt sich gut in Streuseln oder Streifen verarbeiten.
  • Kürzere Backzeit: Der Mürbeteig-Backvorgang ist in der Regel schneller als bei Hefeteig.

Nachteile des Mürbeteigs

  • Kürzere Haltbarkeit: Der Mürbeteig trocknet schneller aus, wodurch der Kuchen nicht so lange frisch bleibt.
  • Geringere Luftigkeit: Im Gegensatz zum Hefeteig ist der Mürbeteig weniger luftig, was die Textur beeinflussen kann.

Tipps für die Zubereitung des Zwetschgendatschi

Unabhängig davon, ob Hefeteig oder Mürbeteig verwendet wird, gibt es einige allgemeine Tipps, die bei der Zubereitung des Zwetschgendatschi hilfreich sind:

1. Auswahl der richtigen Zwetschgen

Die Qualität der Zwetschgen hat einen großen Einfluss auf das Endergebnis. Sie sollten fest, saftig und nicht überreif sein. Überreife Zwetschgen geben zu viel Saft ab, was den Teig nass macht und den Kuchen schwerer werden lässt. Ideal sind Zwetschgen, die leicht fester sind, aber dennoch saftig sind.

2. Entsteinen der Zwetschgen

Die Zwetschgen sollten vor der Verwendung entsteint werden. Dies kann manuell oder mit einem Entsteinker erfolgen. Beim Entsteinen ist darauf zu achten, dass das Fruchtfleisch nicht beschädigt wird, da dies zu unerwünschten Verfärbungen führen kann.

3. Verwendung von Zucker und Zimt

Zucker und Zimt sind typische Zutaten für den Zwetschgendatschi und tragen zu seiner typischen Geschmackssignatur bei. Der Zucker dient nicht nur als Süßungsmittel, sondern auch als Nahrung für die Hefe, was den Gärungsprozess beschleunigt. Zimt verleiht dem Kuchen eine warme, würzige Note.

4. Vorbereitung des Ofens

Der Ofen sollte vor dem Backen vorgeheizt werden, um eine gleichmäßige Backung zu gewährleisten. Bei Hefeteig-Backvorgängen ist eine mittlere Schiene ideal, um die Hitze optimal zu verteilen. Bei Mürbeteig-Backvorgängen kann die zweite Einschubleiste von unten verwendet werden.

5. Kühlung nach dem Backen

Nach dem Backen sollte der Kuchen abkühlen, bevor er serviert wird. Dies verhindert, dass er zu schnell trocknet und sorgt für eine bessere Konsistenz. Zudem kann der Kuchen nach dem Abkühlen mit Zucker und Zimt bestreut werden, was ihn optisch ansprechender macht.

Kombination mit anderen Früchten

Ein weiterer Aspekt, der in einigen Rezepten beschrieben wird, ist die Kombination des Zwetschgendatschi mit anderen Früchten. In traditionellen Rezepten wurden oft Äpfel zusammen mit Zwetschgen verwendet, um die Saftigkeit zu regulieren. Äpfel sind weniger saftig als Zwetschgen und verleihen dem Kuchen eine mildere Note. Zudem können sie den Kuchen optisch ansprechender gestalten, wenn sie in Streifen oder in Halbkreisen geschnitten werden.

Vorteile der Kombination mit Äpfeln

  • Gleichmäßige Saftigkeit: Äpfel sind weniger saftig als Zwetschgen und sorgen so für eine bessere Konsistenz.
  • Geschmacksbalance: Äpfel verleihen dem Kuchen eine süße Note, die mit der würzigen Note des Zimts harmoniert.
  • Optische Abwechslung: Die Kombination aus Äpfeln und Zwetschgen bietet eine interessante Farb- und Formvielfalt.

Historische Hintergrundinformationen

Der Zwetschgendatschi ist ein Klassiker der süddeutschen und österreichischen Kuchentradition. Die Bezeichnung „Datschi“ ist ein bayerisches oder österreichisches Diminutiv für „Kuchen“ und wird oft in Kaffeehäusern und Cafés verwendet. Die Bezeichnung ist heute in ganz Bayern verbreitet, wobei der Kuchen auch in anderen Regionen Deutschlands und in Österreich beliebt ist.

In seiner ursprünglichen Form wurde der Zwetschgendatschi mit Mürbeteig und ohne Streusel gebacken. In der heutigen Zeit ist er jedoch oft mit Butterstreuseln zu finden, die aus Butter, Zucker, Mehl, eventuell Mandelblättchen und etwas Salz bestehen. Frühzwetschgen geben beim Backen viel Saft ab, weshalb ein Streuselbelag hilft, diesen Saft zu binden. Spätzwetschgen hingegen sind fester und benötigen weniger Streusel.

Fazit

Der Zwetschgendatschi ist ein Klassiker der süddeutschen und österreichischen Kuchentradition, der in mehreren Varianten hergestellt werden kann. Während traditionelle Rezepte oft auf Hefeteig zurückgreifen, haben sich in den letzten Jahrzehnten auch Varianten mit Mürbeteig etabliert. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, wobei die Wahl oft von individuellen Vorlieben und regionalen Traditionen abhängt.

Die Zubereitung des Zwetschgendatschi ist einfach, wenn man einige grundlegende Tipps und Techniken beachtet. Die Auswahl der richtigen Zwetschgen, die Vorbereitung des Teigs und die Verwendung von Zucker und Zimt sind entscheidend für das Endergebnis. Zudem kann die Kombination mit anderen Früchten wie Äpfeln eine geschmackliche und optische Abwechslung bieten.

Egal ob Hefeteig oder Mürbeteig – der Zwetschgendatschi ist ein Kuchen, der in jeder Familie und in jedem Kaffeehaus beliebt ist. Mit den richtigen Zutaten und Tipps kann man diesen Klassiker authentisch nach Omas Art backen und so eine kleine Nostalgie in die heutige Zeit tragen.

Quellen

  1. Zwetschgendatschi wie von Oma
  2. Omas saftiger Zwetschgenkuchen Datschi mit Streuseln
  3. Zwetschgendatischi von Urli Oma
  4. Das perfekte Zwetschgendatschi Rezept mit Mürbeteig

Ähnliche Beiträge