Klassisches Rotkohl wie bei Oma – Rezept, Zubereitung und Tipps für das perfekte Wintergericht

Rotkohl ist ein traditionsreiches Wintergericht, das in vielen deutschen Haushalten im Herbst und Winter auf den Tisch kommt. Insbesondere in der Weihnachtszeit ist es ein fester Bestandteil der kulinarischen Tradition. Omas Rezept für Rotkohl hat sich über Generationen bewahrt und wird bis heute geliebt. Dieser Artikel zeigt, wie man klassisches Rotkohl mit Apfel und typischen Gewürzen wie Nelke, Zimt, Piment und Lorbeer zubereitet. Zudem werden Tipps für die Vorbereitung, Würzung und Lagerung gegeben, um das Gericht optimal genießen zu können.

Rezept für Omas Rotkohl

Um Omas klassisches Rotkohl zuzubereiten, benötigt man folgende Zutaten:

  • 1 mittelgroßer Rotkohl
  • 2–3 Boskoop-Äpfel
  • 1 Zwiebel
  • 1–2 EL Zucker
  • 1–2 EL Griebenschmalz oder Butterschmalz (für eine vegetarische Variante)
  • 1 Prise Piment
  • 1–2 Nelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 EL Essig (z. B. Apfel- oder Kräuteressig)
  • Salz nach Geschmack

Die Zubereitung ist einfach und kann wie folgt durchgeführt werden:

  1. Rotkohl putzen und hobeln: Entferne zunächst die äußeren, welken Blätter des Rotkohls und schneide den Strunk ab. Danach hobelst du das Gemüse fein. Handschuhe tragen, da der Kohl die Haut färben kann.

  2. Zwiebeln anbraten: Schneide die Zwiebel in feine Würfel und brate sie in Schmalz (oder Butterschmalz für die vegetarische Variante) leicht an.

  3. Kohl mit Zwiebeln und Gewürzen kochen: Gieße das gehobelte Rotkohl in die Pfanne mit den angebratenen Zwiebeln. Füge Zucker, Piment, Nelke, Lorbeerblatt und Essig hinzu. Alles gut vermengen und 20–30 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

  4. Äpfel hinzufügen: Während das Rotkohl kocht, schneide die Äpfel in kleine Würfel und füge sie nach 15–20 Minuten hinzu. So bleibt die Fruchtigkeit erhalten.

  5. Abschmecken: Nach dem Kochen schmecke das Gericht mit Salz ab und passe die Säure- und Süßebalance ggf. an. Bei Bedarf etwas mehr Zucker oder Essig hinzufügen.

Das fertige Rotkohl ist eine wunderbare Beilage zu Braten, Gulasch oder Gans. Es schmeckt frisch, aber auch aufgewärmt am nächsten Tag hervorragend. Um Zeit zu sparen, kann man das Gericht auch im Voraus zubereiten und einfrieren.

Tipps zur Zubereitung

Die Zubereitung von Rotkohl folgt einer einfachen Logik, aber es gibt einige Tipps, die das Ergebnis verbessern:

  • Handschuhe tragen: Beim Hobeln und Schneiden des Rotkohls sollte man Handschuhe tragen, da die Farbstoffe die Haut färben können und sich schwer wieder entfernen lassen.
  • Kohl fein hobeln: Um eine weiche Konsistenz zu erreichen, empfiehlt es sich, den Rotkohl mit einem Hobel in feine Streifen zu hobeln. Je dünner die Streifen, desto schneller und besser kocht sich das Gemüse.
  • Zwiebeln dünn hobeln: Die roten Zwiebeln sollten ebenfalls dünn gehobelt werden, damit sie beim Kochen weich werden und nicht knapp oder knorpelig bleiben.
  • Dressing erhitzen: Wenn man Rotkohl vegetarisch zubereiten möchte, kann man das Dressing aus Essig, Zucker, Salz und Gewürzen erhitzen und dann über den Kohl gießen. So wird der Kohl weich, ohne ihn manuell kneten zu müssen.
  • Nelke, Piment und Lorbeerblatt: Diese Gewürze verleihen dem Rotkohl seine typische Aromatik. Es ist wichtig, sie in der richtigen Menge zu verwenden, um das Gericht nicht zu stark zu würzen.
  • Farbe erhalten: Um die intensive Farbe des Rotkohls zu bewahren, sollte man es nicht zu lange kochen. Zudem ist es vorteilhaft, den Kohl nicht zu stark zu salzen, da Salz die Farbe verbleichen kann.

Variante: Rotkohlsalat

Eine alternative Zubereitungsvariante ist der Rotkohlsalat, der ohne Kochen auskommt und als kalte Beilage serviert werden kann. Dazu wird der Rotkohl fein gehobelt und mit einem Dressing aus Essig, Öl, Zucker und Salz vermischt. Man kann den Salat mit weiteren Zutaten wie roten Zwiebeln, Apfelwürfeln, Senf oder Gurken veredeln. Einige Tipps für den Rotkohlsalat:

  • Essig auswählen: Der Essig ist ein entscheidender Geschmacksfaktor. Am besten eignet sich ein mildes Aroma, wie z. B. Kräuteressig oder Apfelweinessig.
  • Öl hinzufügen: Ein neutrales Öl wie Raps- oder Sonnenblumenöl sorgt für eine cremige Konsistenz.
  • Handschuhe tragen: Wie bei der gekochten Variante, ist es wichtig, Handschuhe zu tragen, um die Fingern nicht zu färben.
  • Kalt servieren: Der Salat kann direkt nach dem Vorbereiten serviert werden oder im Kühlschrank etwas ziehen lassen, um die Aromen zu intensivieren.

Herkunft und Geschichte des Rotkohls

Rotkohl ist ein traditionelles Gemüse, das in vielen kulturellen Regionen Europas, insbesondere in Deutschland, eine große Rolle spielt. Seine Herkunft ist nicht eindeutig geklärt, aber es wird vermutet, dass der Rotkohl aus Kleinasien stammt. Erwähnt wurde das Gemüse bereits im 11. Jahrhundert unter dem Namen „Runeae caules“. Im Laufe der Zeit wurde Rotkohl in verschiedenen Regionen unter unterschiedlichen Namen wie Blaukraut, Rotkraut oder Rotkohl bekannt.

In Deutschland ist der Rotkohl ein festes Element der Winterküche. In einigen Regionen, insbesondere in Süddeutschland, wird er auch als Blaukraut bezeichnet. Dieser Name stammt aus der Beobachtung, dass das Gemüse je nach Boden unterschiedlich in der Farbe aussieht – manche Blätter sind intensiver bläulich, andere eher rötlich. In Westfalen hingegen ist der Begriff Rotkohl gebräuchlicher.

Gesundheitliche Vorteile des Rotkohls

Rotkohl ist nicht nur geschmacklich eine Delikatesse, sondern auch ein Superfood, das zahlreiche gesundheitliche Vorteile bietet. Es ist reich an Vitamin C, Folat, Antioxidantien und Ballaststoffen, die den Darmflora positiv beeinflussen. Zudem enthält Rotkohl Flavonoide, die entzündungshemmend wirken können.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Rotkohl kalorisch gesehen sehr niedrig ist und sich gut in eine ausgewogene Ernährung integrieren lässt. Es eignet sich auch gut für vegetarische und vegane Gerichte, da es mit einfachen Zutaten wie Apfel, Zwiebel und Essig veredelt werden kann, ohne tierische Produkte zu benötigen.

Tipps zur Lagerung und Aufbewahrung

Wenn man Rotkohl im Voraus zubereiten möchte, gibt es einige Tipps für die Lagerung:

  • Im Kühlschrank: Ein gekochter Rotkohl hält sich im Kühlschrank bis zu 3–4 Tage. Er sollte in einem luftdichten Behälter aufbewahrt werden, um ein Austrocknen oder ein Verderben zu vermeiden.
  • Im Gefrierschrank: Wer möchte, kann den Rotkohl auch einfrieren. Dazu sollte man ihn in Portionen abfüllen und im Gefrierschrank lagern. Der gekühlte Rotkohl kann nach dem Auftauen und erneuten Aufkochen ohne Qualitätsverlust serviert werden.
  • Vorgefertigter Rotkohl aus dem Glas: Wenn man keinen frischen Rotkohl zubereiten möchte, kann man vorgefertigten Rotkohl aus dem Glas verwenden. Diesen kann man mit Apfelmus, Salz, Pfeffer, Nelke und Lorbeerblatt veredeln, um die Geschmacksskala zu verbessern.

Problemlösungen: Wenn der Rotkohl zu sauer oder bitter ist

Manchmal kann es passieren, dass das Gericht zu sauer oder bitter schmeckt. Dies liegt in der Regel an der Menge an Essig oder Zucker, die verwendet wurde. Hier einige Tipps:

  • Zu sauer: Wenn der Rotkohl zu sauer ist, kann man Schritt für Schritt Apfelmus und etwas Zucker hinzufügen, um die Säure auszugleichen. Wichtig ist, dass man dabei immer wieder abschmeckt, um eine übermäßige Süße zu vermeiden.
  • Zu bitter: Eine bittere Note kann durch die Verwendung von Schmalz oder Butterschmalz reduziert werden. Zudem kann man die Gewürze wie Nelke und Piment in geringer Menge dosieren, um eine übermäßige Bitterkeit zu vermeiden.

Kombinationen und servieren

Rotkohl ist eine vielseitige Beilage, die sich mit vielen Hauptgerichten kombinieren lässt. Die beliebtesten Kombinationen sind:

  • Zu Braten: Rotkohl passt hervorragend zu Schweinebraten, Rinderbraten oder Rinderrouladen. Die herzhaften Aromen ergänzen sich ideal.
  • Zu Gulasch: Rindergulasch oder Lammgulasch ergänzt das Gericht durch die Säure des Kohls und die Süße der Äpfel.
  • Zu Geflügel: Besonders in der Weihnachtszeit wird Rotkohl oft zu Gans oder Ente serviert. Die Kombination von fettigem Geflügel und saurem Kohl harmoniert perfekt.
  • Zu Wildgerichten: Rotkohl ist auch eine hervorragende Beilage zu Wildgerichten wie Hirsch, Wildschwein oder Rehbraten. Die herbe Note des Kohls passt gut zur würzigen Aromatik des Wildes.
  • Zu Kartoffeln oder Klößen: Ein typisches Weihnachtsgemüse mit Weihnachtspüppchen oder Klößen passt hervorragend zu Rotkohl.

Rotkohl vegetarisch zubereiten

Für eine vegetarische Variante des Rotkohls gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Schmalz durch Butterschmalz ersetzen: Der traditionelle Schmalz wird durch Butterschmalz ersetzt, um den Geschmack zu beibehalten.
  • Keine tierischen Gewürze verwenden: Es ist wichtig, dass die Gewürze keine tierischen Zusatzstoffe enthalten. Am besten eignen sich Nelke, Piment, Lorbeerblatt und Salz.
  • Vegane Optionen: Für eine vegane Variante kann man das Butterschmalz durch Kokosöl ersetzen und Apfelmus statt Eiern verwenden, falls nötig.

Zusammenfassung

Omas Rotkohlrezept ist eine leckere und traditionelle Art, das Wintergemüse zu zubereiten. Es benötigt nur wenige Zutaten und ist einfach in der Zubereitung. Das Gericht ist vielseitig einsetzbar und passt zu vielen Hauptgerichten. Mit einfachen Tipps kann man die Konsistenz, Geschmack und Aromatik verbessern. Zudem ist Rotkohl gesund und kann vegetarisch oder sogar vegan zubereitet werden. Egal ob als gekochtes Gericht oder als kalter Salat – Rotkohl ist ein unverzichtbarer Teil der deutschen Winterküche.

Quellen

  1. Kochenausliebe – Rotkohl selber machen mit Äpfeln nach Omas Rezept
  2. Maltes Kitchen – Omas Rotkohlsalat
  3. Simply Cookit – Rotkohl selber machen
  4. Einepriselecker – Omas Weltbester Rotkohl
  5. Kreide und Meer – Rotkohl Rezept
  6. Eismann – Tipps zum Zubereiten von Rotkohl

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