Omas Rezept für Kalte Schnauze: Der traditionelle Kuchen aus der DDR
Der Kalte Hund, auch bekannt als Kalte Schnauze, Kekskuchen, Lukullus, Kellerkuchen oder einfach Kalter Kuchen, ist eine Delikatesse, die seit Generationen in vielen Haushalten beliebt ist. Insbesondere in der DDR war dieser Kuchen ein Klassiker, der mit einfachen Zutaten wie Butterkeksen, Kokosfett, Kakaopulver, Puderzucker und Eiern zubereitet wurde. Obwohl es heute zahlreiche Varianten gibt – etwa mit Kuvertüre, Schokolade oder als „leichte Variante“ – ist das Originalrezept aus der DDR unverändert und unvergesslich. In diesem Artikel wird das traditionelle Rezept der Oma vorgestellt, wie sie es früher gemacht hat, samt Tipps zur Zubereitung, Schichttechnik und möglichen Abwandlungen.
Was ist Kalte Schnauze?
Kalte Schnauze, auch Kalter Hund, ist ein Schichtkuchen, der sich durch seine einfache Zutatenliste und seine cremige, schokoladige Textur auszeichnet. Der Kuchen besteht aus mehreren Schichten von Butterkeksen und einer cremigen Mischung aus Kakaopulver, Kokosfett, Puderzucker und Eiern. Da der Kuchen nicht gebacken wird, sondern im Kühlschrank aushärtet, ist er besonders in den kühleren Monaten des Jahres beliebt.
Ein weiteres Merkmal des Originalrezeptes ist das Kokosfett, das als Grundlage für die Schokoladencreme dient. Kokosfett hat eine sehr niedrige Schmelztemperatur, was bedeutet, dass der Kuchen nicht bei warmen Temperaturen serviert werden sollte. Aus diesem Grund war Kalte Schnauze in der DDR meist ein Winter- oder Frühlingssnack, weniger verbreitet in den wärmeren Monaten.
Zu erwähnen ist, dass der Kuchen auch unter anderen Namen bekannt ist, darunter Lukullus, Kekstorte, Kellerkuchen oder Kalter Kuchen. Der Name Kalter Hund stammt möglicherweise aus dem Deutschen, da die Kombination aus Schokolade und Keks als „kalt“ empfunden wird – eine Bezeichnung, die nicht wörtlich verstanden werden muss. In einigen Quellen wird erwähnt, dass der Name auch auf die damalige DDR-Verpackung von Butterkeksen zurückgehen könnte, auf der ein Hund abgebildet war.
Zutaten des Originalrezeptes
Das Rezept für Kalte Schnauze folgt einer einfachen, aber präzisen Zutatenliste. Alle Komponenten sind traditionell in der DDR- und Oma-Küche zu finden und lassen sich heute im Handel problemlos erwerben:
- Kokosfett (oder Palmfett): Die Grundlage der Schokoladencreme. Es sollte 100 % gehärtetes Palmfett sein, das bei Zimmertemperatur fest bleibt. Es ist wichtig, dass das Fett nicht flüssig wird, da es für die Konsistenz der Creme unerlässlich ist.
- Butterkekse: Der Kuchen besteht aus mehreren Schichten von Butterkeksen. In der DDR wurden Butterkekse von der Marke „Lukullus“ verwendet, die bis heute als Synonym für den Kuchen gelten. Alternativ können auch andere Butterkeksmarken verwendet werden.
- Kakaopulver: Ein unverzichtbarer Bestandteil der Creme. Es gibt verschiedene Sorten, aber in der Originalversion wird ungesüßtes Kakaopulver verwendet.
- Puderzucker: Verleiht der Creme ihre süße Note und sorgt für die richtige Konsistenz.
- Eier: Frische Eier sind entscheidend für die Konsistenz der Creme. Sie binden die Zutaten und verleihen der Masse die cremige Textur.
Einige Rezepte empfehlen auch den Zusatz von Rum oder Weinbrand, um der Creme ein zusätzlichen Aromareichtum zu verleihen. Allerdings wird diese Variante nur empfohlen, wenn Erwachsene den Kuchen genießen – bei Kindern wird stattdessen oft Rumaroma verwendet.
Zubereitung: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Zubereitung des Kuchens ist einfach und erfordert keine Backvorgänge. Stattdessen handelt es sich um ein Schichtkuchenrezept, das im Kühlschrank geliert. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung orientiert sich am Originalrezept, wie es von der Oma in der DDR zubereitet wurde.
Vorbereitung der Form
- Kastenform vorbereiten: Die Kastenform sollte mit Backpapier ausgelegt werden, damit der Kuchen später leichter entnommen werden kann. Alternativ können auch Silikonformen verwendet werden, die den Kuchen automatisch aushaken.
- Kokosfett schmelzen: Das Kokosfett wird bei geringer Hitze langsam geschmolzen. Es ist wichtig, dass das Fett nicht zu heiß wird, da es sonst zu flüssig sein könnte und die Creme nicht die richtige Konsistenz annimmt.
Zubereitung der Schokoladencreme
- Kakaopulver mit Puderzucker mischen: In einer Schüssel werden Kakaopulver und Puderzucker gesiebt, um Klumpen zu vermeiden.
- Eier untermischen: Die frischen Eier werden in die Schüssel gegeben und gut untergerührt.
- Kokosfett hinzugeben: Das geschmolzene Kokosfett wird tropfenweise untergehoben, damit die Masse nicht zu schnell aushärtet und die Eier noch richtig binden können.
Schichttechnik
- Erste Schicht Kakaomasse: Eine dünne Schicht der Schokoladencreme wird in die Form gegeben.
- Keksschicht darauf: Eine Schicht Butterkekse wird darauf gelegt. Falls nötig, können die Kekse zerbrochen werden, um sie in die Form zu füllen.
- Wiederholung der Schichten: Creme und Kekse werden abwechselnd eingeschichtet, bis die Form gefüllt ist. Es ist empfohlen, mit einer Schicht Kakaocreme zu beginnen und mit einer Keksschicht zu enden, um das Kuchenstück später sauber zu schneiden und Schokolade auf dem Teller zu vermeiden.
- Kühlung: Der Kuchen wird für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank gestellt. Je länger er kühl bleibt, desto stabiler wird er.
Tipps für die perfekte Kalte Schnauze
Um den Kuchen möglichst gelungen zu backen (oder im Fall des Kalten Hunds: zusammenzubauen), gibt es einige wichtige Tipps:
- Form auswählen: Eine Kastenform ist ideal, da sich die Schichten gut einstellen lassen. Alternativ können auch Quadrat- oder Rechteckformen verwendet werden.
- Backpapier nutzen: Die Form mit Backpapier auszulegen erleichtert das Entnehmen des Kuchens und ermöglicht ein sauberes Schneiden.
- Kokosfett richtig wählen: Es ist wichtig, dass das Kokosfett fest bleibt. Ein weiches oder flüssiges Fett führt zu einer zu dünnen Creme. Wer kein Kokosfett hat, kann versuchen, Butter zu verwenden, wobei der Kuchen dann länger kühlen muss.
- Schichttechnik: Die Schichten sollten dünne Cremeschichten und dichte Keksschichten haben. Eine zu dicke Cremeschicht könnte den Kuchen instabil machen.
- Rum oder Rumaroma: Wer die Creme aromatisch gestalten möchte, kann Rum oder Weinbrand hinzugeben. Für Kinder ist Rumaroma eine gute Alternative.
- Kühlung: Der Kuchen sollte für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank gestellt werden. Wer möchte, kann ihn auch über Nacht kühlen, um eine maximale Stabilität zu erreichen.
- Schneiden: Vor dem Schneiden sollte der Kuchen gut durchgekühlt sein. Ein scharfes Messer und etwas Geduld sorgen für saubere Kuchenstücke.
Abwandlungen und Variationen
Obwohl das Originalrezept aus der DDR nicht verändert wird, gibt es einige gängige Abwandlungen, die heute populär sind. Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Variationen nicht das Originalrezept sind, aber dennoch schmackhaft sein können.
Kalte Schnauze mit Kuvertüre
Einige Rezepte ersetzen das Kokosfett durch Kuvertüre. Dies verändert die Konsistenz der Creme und macht den Kuchen möglicherweise cremiger und süßer. Allerdings verliert er dann seine traditionelle Form.
Leichte Variante
Einige Rezepte ersetzen das Kokosfett durch Magerquark oder Joghurt, um den Kuchen gesünder zu gestalten. Dies reduziert zwar den Fettgehalt, verändert aber auch den Geschmack und die Konsistenz. Für einen leichten Kuchen eignet sich diese Variante, der Originalgeschmack bleibt jedoch nicht erhalten.
Kalte Schnauze mit Schokolade
In einigen Rezepten wird das Kakaopulver durch Schokolade ersetzt. Dies verändert den Geschmack in Richtung herkömmlicher Schokoladencreme, was durchaus geschmacklich angenehm ist. Allerdings verliert der Kuchen seine traditionelle Form.
Kalte Schnauze mit Kaffeenote
Ein weiterer Tipp aus der Oma ist, löslichen Kaffee zur Schokoladencreme hinzuzugeben. Dies verleiht dem Kuchen eine leichte Kaffeenote und verändert den Geschmack in Richtung „Kakao mit Kaffee“. Allerdings wird dieser Tipp nur empfohlen, wenn keine Kinder dabei sind, da Kaffee nicht für Kinder geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Kalte Schnauze vegan?
Nein, das Originalrezept ist nicht vegan, da es Eier enthält. Wer eine vegane Variante zubereiten möchte, kann versuchen, die Eier durch Eiweißpulver, Agar-Agar oder Tofu zu ersetzen. Allerdings wird die Konsistenz dann anders sein.
Kann man Kalte Schnauze ohne Kühlschrank zubereiten?
Nein, da der Kuchen nicht gebacken wird, sondern im Kühlschrank geliert, ist die Kühlung unerlässlich. Ohne Kühlung wird die Creme nicht fest und der Kuchen zusammenfallen.
Warum ist Kalte Schnauze in der DDR so beliebt gewesen?
In der DDR war Kalte Schnauze ein beliebter Kuchen, da die Zutaten leicht erhältlich waren, trotz begrenzter Lebensmittelverfügbarkeiten. Der Kuchen war billig in der Herstellung, benötigte keine Backvorgänge und war trotzdem schmackhaft. Zudem war er ein Kuchen, den man auch im Voraus zubereiten konnte und im Kühlschrank aufbewahren.
Warum wird Kalte Schnauze in der DDR auch Kalter Kuchen genannt?
Die Bezeichnung Kalter Kuchen ist wahrscheinlich auf die Tatsache zurückzuführen, dass der Kuchen im Kühlschrank geliert und kalt serviert wird. Allerdings gibt es keine eindeutige Erklärung dafür. Es könnte auch eine Verwechslung mit anderen kalten Kuchen sein.
Warum ist Kalte Schnauze ein Kuchen aus der Kastenform?
Die Kastenform ist ideal für die Schichttechnik, da sie horizontale Schichten ermöglicht. Zudem ist sie traditionell in der DDR-Küche verbreitet. Alternativ können auch Quadratformen verwendet werden.
Schlussfolgerung
Kalte Schnauze, auch Kalter Hund genannt, ist ein Kuchen, der in der DDR eine große Rolle gespielt hat und bis heute in vielen Haushalten beliebt ist. Obwohl es heute zahlreiche Variationen gibt – etwa mit Kuvertüre, Schokolade oder als „leichte Variante“ – ist das Originalrezept aus der DDR unverändert und unvergesslich. Es besteht aus Butterkeksen, Kakaopulver, Puderzucker, Eiern und Kokosfett, die in mehreren Schichten zu einem cremigen Kuchen zusammengestellt werden.
Die Zubereitung ist einfach, benötigt keine Backvorgänge und ist ideal für kalte Tage oder als Vorbereitung für eine Geburtstagsfeier. Der Kuchen ist nicht nur schmackhaft, sondern auch emotionale Erinnerung an die Kindheit, insbesondere in der DDR. Er ist ein Kuchen, der Tradition, Geschmack und Nostalgie verbindet.
Obwohl das Rezept heute oft verändert wird, sollte man sich nicht von den Originalzutaten und der Schichttechnik ablenken lassen. Der Kalter Hund ist ein Kuchen, der ohne Backen gelingt und trotzdem unglaublich lecker ist. Für alle, die ein Stück Kindheit genießen möchten, ist Kalte Schnauze eine wunderbare Wahl.
Quellen
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